• 25. Juni 2019

Chancen des Crowdfunding – Pro und Contra

Chancen des Crowdfunding – Pro und Contra

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Immer mehr Startups finanzieren sich über Crowdfunding. Gerade für innovative und gewagtere Geschäftsideen bietet das userbasierte Investment eine attraktive Alternative zu traditionellen Geldgebern. Doch das Risiko des Kapitalverlusts ist hoch, denn fast jedes dritte Startup aus dem Crowdfunding Milieau verschwindet in den ersten Jahren wieder von der Bildfläche.

Crowdfunding oder zu deutsch „Schwarmfinanzierung“ ist als Finanzierungsform ein relativ junges Konzept, das sich aber in vielen Branchen bereits sehr stark durchgesetzt hat – vor allem bei der Realisierung von innovativen High-Tech Produkten und Apps ist es nicht mehr wegzudenken. Geldgeber sind dabei eine Vielzahl von Personen, die über Online Crowdfunding-Kampagnen von einem bestimmten Produkt oder einer Geschäftsidee überzeugt werden. Das finanzielle Backup kommt also nicht mehr von einer Bank oder einzelnen Investoren, sondern von der Crowd. Zu den bekannten Crowdfunding-Plattformen zählen z.Bsp. Kickstarter.com oder Crowdfunding.de – mittlerweile sind auch Social Media Kampagnen ein effizientes Werbetool im Crowdfunding.

Vorteile

Die Vorteile des Crowdfunding Prinzips liegen auf der Hand: Viele kreative und neuartige Geschäftsideen scheitern oft am Sicherheitsdenken und der geringen Risikobereitschaft klassischer Investoren. Für solche Startups bietet die Schwarmfinanzierung häufig die einzige Möglichkeit, ihre Projekte zu realisieren. Gleichzeitig ist dieses Finanzierungsmodell auch ein effektives Instrument, um den Markt auf potenzielles Neuland relativ kostengünstig abzuklopfen. Zudem kommt die im Vorfeld für das Crowdfunding erforderliche Marketing-Kampagne vielen Jungunternehmen als PR-technischer Vorsprung zu Gute: So werben sie vor allem in der Anfangsphase intensiver als durchschnittliche Startups.

Nachteile

Doch es gibt auch Kehrseiten, denn nicht jeder Schwarm verfügt auch über eine ausgeprägte Schwarmintelligenz. Der Erfolg einer Crowdfunding-Kampagne garantiert keineswegs auch den langfristigen Unternehmenserfolg – in diese Falle tappen gerade junge Unternehmen mit wenig Branchenerfahrung. Im Vergleich zu herkömmlichen Finanzierungsmodellen fallen hier viele Anfangshürden weg. Es liegt also in der Eigenverantwortung der Unternehmer ihre Geschäftsstrategie und Businessplanung auf Herz und Nieren zu prüfen, denn die unternehmerische Überlebensfähigkeit erfordert weit mehr als Startkapital. Jungunternehmer sollten hier verantwortungsvoll agieren: Auch wenn in der Regel keine Rückzahlungen für Crowdinvestoren anfallen, steht die Glaubwürdigkeit für zukünftige Projekte auf dem Spiel.

Fazit: Effektive Starthilfe, aber nicht nachhaltig

Crowdfunding ist definitiv ein effektive Starthilfe für junge und vor allem kleine bis mittlere Unternehmen, doch der Kampagnenerfolg hängt von verschiedensten Faktoren ab. Beispielsweise kann ein stark spezialisiertes Nischenprodukt in vielen Fällen nicht die kritische Crowd-Masse mobilisieren. Hier gilt es entweder mit höheren PR-Aufwand oder mit einer breiteren Streuung entgegenzuwirken. In jedem Fall erfordert die Entwicklung einer professionellen Crowdfunding Kampagne einen nicht zu unterschätzenden Anteil an finanziellen und zeitlichen Ressourcen. Zudem muss das Finanzierungsziel auf den meisten Crowdfunding-Plattformen innerhalb eines genau gesteckten Zeitfensters erreicht werden – verpasst man es, war der Produktionsaufwand umsonst.

Mit einer guten Vorbereitung und einer klaren Projektstrategie, ist Crowdfunding jedoch ein sehr erfolgreiches Mittel, um Produktideen zu verwirklichen – es sollte jedoch als Baustein eines längerfristigen Finanzierungsmodell betrachtet werden.